1946, ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, setzten zukunftsorientierte und musikbestimmte Menschen in der Grenz- und Brückenstadt Schaffhausen/Schweiz ein Versöhnungs- und Friedenszeichen, das gehört und gefeiert wurde: Im Geiste Johann Sebastian Bachs und seiner musikalischen Botschaft wurde die INTERNATIONALE BACHGESELLSCHAFT gegründet, welche seither in enger Verbindung mit der Stadt Schaffhausen alle Bachfeste konzipiert hat. In der Regel werden diese in einem Dreijahres-Rhythmus von der Stadt Schaffhausen organisiert.
Albert Schweitzer leistete als Ehrenpräsident Bürgschaft für die humane Orientierung der Gesellschaft. Entscheidend für die Gründung und Entwicklung waren die Aktivitäten des Schaffhauser Stadtpräsidenten Walther Bringolf und des Musikdirektors Walther aus Eglisau/ZH. Im Patronatskomitee des ersten Bachfestes fnden sich u.a. Pablo Casals, Arthur Honegger, Frank Martin, Othmar Schoeck und Bruno Walter.
Zwischen 1950 und 1989 - der Spaltung Deutschlands - wurde die Brückenfunktion erneut sehr aktuell. Die Bachfeste erhielten die wichtige Aufgabe eines Begegnungsforums zwischen Künstlern aus der Bundesrepublik Deutschland und der damaligen DDR. Der Dresdener Kreuzchor und die Thomaner aus Leipzig musizierten hier und genossen, bis es aus ideologischen Gründen verboten wurde, die Gastfreundschaft vieler Schaffhauser Familien.
Parallel dazu weitet sich der Kreis der Interpreten. In Schaffhausen konzertierten Diethard Hellmann, Helmuth Rilling, Charles de Wolff mit der Neederlandsche Bachvereinigung, Christopher Hogwood mit dem Ancient Music-Ensemble, John Gardiner, Jordi Savall, Phillippe Herreweghe und viele andere Musiker. Die Programme gewinnen an Vielfalt. Werke der Bach-Familie und der Zeitgenossen werden integriert. Kompositionen aus der Zeit der Romantik – hier vor allem Mendelsohn-Bartholdy – und aus der Moderne, die im Dialog mit dem Werk Bachs stehen, kontrapunktieren aus der Gregorianik bis zum Frühbarock …